In Deutschland existiert kein (automatisches) Angehörigenvertretungsrecht. Es besteht aber die Möglichkeit, eine andere Person (z. B. den (Ehe-) Partner aber auch nicht verwandte Personen) im Hinblick auf gesundheitliche Entscheidungen im Vorhinein zu bevollmächtigen. Der schriftlich bevollmächtigte Stellvertreter kann im Falle eigener Entscheidungsunfähigkeit mit Rechtsmacht im Sinne des Betroffenen entscheiden. Falls keine bevollmächtigte Person zur Verfügung steht, muss für (aufzuschiebende) medizinische Entscheidungen vom Amtsgericht ein Betreuer bestellt werden. Eine Vollmacht gilt grundsätzlich unmittelbar (ab dem Zeitpunkt der Erstellung) bis zum Widerruf, sie kann jedoch auch zeitlich begrenzt werden. Vollmachten in denen als Wirksamkeitsvoraussetzung die Bedingung: „Wenn ich meine Dinge nicht mehr selber regeln kann, …“ (oder ähnlich), genannt ist, heißen: „Vorsorgevollmacht“. (Vorsorge-) Vollmachten für gesundheitliche Angelegenheiten bedürfen keiner notariellen Erstellung oder Beglaubigung. Gerade im Hinblick auf behandlungsbegrenzende Stellvertreterentscheidungen sind jedoch bestimmte formale Voraussetzungen zu beachten. Deshalb empfiehlt es sich auf gute Vorlagen, z. B. des Bundesministeriums der Justiz ( www.mv-justiz.de/Vorsorgevollmacht.pdf ), zurückzugreifen. Wenn Sie einer bestimmten Person bedenkenlos vertrauen, ist die frühzeitige Erteilung einer Vollmacht zu empfehlen. (vgl. Betreuungsverfügung)

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