Studien haben gezeigt, dass das Instrument der „Patientenverfügung“ oft nicht beachtet wird. Beispielsweise weil im Ernstfall niemand von der Existenz einer Patientenverfügung weiß, weil sie nicht auffindbar ist, oder – wenn vorhanden – sie im Hinblick auf die eingetretene Situation nicht genügend aussagekräftig ist. Ein international schon sehr verbreiteter umfassenderer Ansatz ist dagegen wesentlich erfolgversprechender: Advance Care Planning (ACP). Eine genaue Übersetzung ins Deutsche ist schwierig, es bedeutet aber in etwa: -› Vorausschauende Behandlungsplanung. Das Besondere daran ist einerseits, dass Menschen bei der Auseinandersetzung mit Fragen der Behandlung am Lebensende und der Erstellung von Patientenverfügungen durch geschultes Personal unterstützt werden und, dass das Ganze nicht als einmaliges Ereignis, sondern als ein fortdauernder Prozess verstanden wird. Andererseits, dass alle möglicherweise einmal im Anwendungsfall mit der Umsetzung betrauten Personen (z. B. Pflegekräfte im Altenheim, Notärzte, Notaufnahme-Personal im Krankenhaus, usw.) geschult sind, so dass sie beispielsweise die verwendeten Formulare kennen und verstehen. In Grevenbroich ist in den vergangenen Jahren das erste größere ACP-Projekt Deutschlands: beizeiten begleiten, durchgeführt worden. Im Hospiz- und Palliativgesetz vom November 2015 ist dieses Konzept zur Grundlage für die neu eingeführte Krankenkassenleistung: „Gesundheitliche Versorgungsplanung“ gemacht worden. (§132g SGB V).

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